Der Preis und die Dauer der Bearbeitung hängt ab von der Tierart, Größe und Zustand des Wildes zu Beginn und der gewünschten Präparationstechnik und Montage. Im Allgemeinen variiert die Bearbeitungsdauer jedoch zwischen 1 und 5 Monaten und der Preis zwischen 300 und 800€ für eine Dermoplastik.
Knochenpräparate bewegen sich meist in der Preisspanne zwischen 200 und 500€ für vollständige Skelette.
Detailliertere Preisprognosen können erst nach Sichtung der Rohware erfolgen.
Sonderwünsche, wie zum Beispiel reflektierende Augen, besondere Mimik mit offenem Fang oder Wolpertinger und ähnliche Fabelwesen sind prinzipiell möglich, jedoch noch nicht im oben genannten Preis inbegriffen. Selbst mitgebrachte Trophäenbretter oder eine bereits fachmännisch abgezogene Decke ohne Löcher und Einschnitte verringern den Gesamtpreis wiederum.
Eine einfache Trophäenmontage ist mit geschätzten 100 bis 200€ (je nach Tierart und Größe) zwar um Einiges günstiger als eine Dermoplastik, jedoch aber auch nicht so imposant, wie ein lebensechtes Präparat.
Zudem ist das Auskochen der Trophäen kein Hexenwerk und kann problemlos auch von jedem Jäger mit ein wenig handwerklichem Geschick selbst vorgenommen werden. Ich gebe hierzu gerne Hilfestellung und beantworte Fragen falls gewünscht.
… aber warum ist ein Tierpräparat denn so teuer?
Ich mache es kurz: Qualität hat ihren Preis.
Für die Herstellung einer guten Dermoplastik sind eine Vielzahl zeitintensiver Arbeitsschritte nötig:
- der Körper muss ausgemessen und fotografiert werden
- Altersbestimmung und besondere Merkmale müssen festgehalten werden (Augengröße und Augenfarbe). Die Altersbestimmung erfolgt vorwiegend anhand der Zahnzement-Methode, da sie die zuverlässigsten Ergebnisse liefert. Hierfür muss in den meisten Fällen der erste Molare gezogen, in der Mitte durchgesägt, glattgeschliffen und unter einem Mikroskop oder Vergrößerungsglas analysiert werden.
- der Balg muss aus der Decke geschlagen werden
- die Decke muss gewaschen werden (oft mehrmals – Parasiten, Kletten und ähnliche Verunreinigungen werden entfernt), dünngeschnitten, entfettet und gesalzen, ggf. werden Lippen und Ohren gespalten
- die Decke muss daraufhin trocknen (mehrere Tage)
- der Balg muss mit Draht richtig positioniert und abgeformt werden (erst wird eine Negativform hergestellt (aus Alginat oder Gips) und dann eine Positivform (aus Bauschaum oder Acryl))
- der Balg muss entfleischt werden und die Knochen entblutet, entfettet und mazzeriert werden (dies dauert manchmal auch einige Wochen)
- währenddessen wird der Bauschaumkörper geglättet und Proportionen vorsichtig angepasst
- Augen, Schnäbel oder andere künstliche Körperteile müssen eingepasst und Muskeln bzw. Gesichtszüge modelliert und coloriert werden (falls reflektierende Augen gewünscht sind, dann gieße ich die Augen aus Epoxid und Glashalbkugeln selbst – hierfür benötige ich einige zusätzliche Tage, da auch die Regenbogenhaut von mir selbst coloriert wird/ ebenso bei geöffnetem Fang – hierfür muss die Zunge extra abgeformt und das Gebiss hergestellt und coloriert werden, sowie mit Epoxid als Speichel beträufelt werden)
- währenddessen muss auch das Podest oder der Rahmen bzw. Trophäenbrett ausgesägt, gefräst, geschliffen, mit Halterungen versehen und lackiert werden
- die Decke muss währenddessen entsprechend der Tierart weichen, pickeln, gerben und trocknen (mehrere Tage)
- Löcher, andere Schnitte und Lippen müssen von Hand zugenäht werden und mit Insektenschutzmittel imprägniert werden
- die Decke muss daraufhin eingepasst und gegebenenfalls Körperhaltung und Position der Extremitäten adaptiert werden
- Folien für Ohrknorpel müssen zurechtgeschnitten und eingepasst werden
- daraufhin wird die Decke mit Hautkleber eingestrichen und die letzten Schnitte zugenäht
- mit Hautkleber (innen) und Nadeln und Bandagen (außen) auf dem Körper wird das Präparat während des Trocknens fixiert (mind. 1-2 Wochen)
- Epoxid wird auf Augen und Nase aufgetragen
- und die Trophäe auf dem Rahmen bzw. Podest montiert
- zusätzlich wird Präparationsspray gegen Insektenfraß aufgetragen
- das Präparat muss zu guter Letzt noch gebürstet und beschriftet werden
